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Die große ReiseRumänienUkraine

12.08.2019 Czernowitz nach Colibita

An Tag 10 des Reisebericht ging es weiter über die Grenze der Ukraine nach Rumänien, von Czernowitz nach Colibita.

Ein paar Worte vorweg: wir möchten hier von unserer 7 wöchigen Abenteuerreise berichten welche im August und September 2019 stattgefunden hat. Auf dieser Reise haben wir jeden Tag Reisetagebuch geschrieben. Diese Erfahrungen möchten wir mit euch teilen, mal unfassbar lustige, mal traurige Geschichten und einfach viele Informationen welche euch bei eurer eigenen Reiseplanung helfen können.


Von Czernowitz Ukraine über die Grenze nach Colibita – Rumänien

Nachdem wir uns noch von Sascha verabschiedet hatten, fuhren wir zur Universität Czernowitz. Ein wunderschönes altes Gebäude, welches zum Weltkulturerbe gehört.

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Von dort aus ging es zur rumänischen Grenze. Nach einer guten Stunde Fahrt erreichten wir diese. Der Grenzübergang ging relativ schnell vonstatten.

Die Straße änderte sich schlagartig und der europäische Wunderasphalt empfing uns. Durch kleinere rumänische Dörfer störten wir zielgerichtet auf die Karpaten zu. Nach einer weiteren Stunde erreichten wir die ersten grün bewälderten Karpatenhänge. Dies war ein lang gehegter Traum von mir und der Lupo trug uns zuverlässig wie immer durch diese dunklen Wälder.

Die Serpentinen, über die uns der kleine blaue Wolf auf die Höhe hievte, wurde immer enger. Cresa meinte sogar, dünnere Luft feststellen zu können. Die ersten Weitblicke eröffneten sich auf den Hangseiten. Gleichzeitig mussten wir jederzeit darauf gefasst sein, einen Braunbären zu begegnen. Umfasst deren Population in Rumänien doch mehrere tausend Exemplare.

Wir passierten Pässe, Kurven, Dörfer in den Tälern und unzählige Heuberge, die hier nicht zu Ballen gebunden werden, sondern nach alter Art her um einen großen Stock aufgetürmt werden.

Der Grenzübergang von Czernowitz nach Rumänien ist einer der wichtigsten Übergänge zwischen der Ukraine und der Europäischen Union und spiegelt die lange gemeinsame Geschichte der Bukowina wider. Der Hauptgrenzposten Porubne-Siret, etwa 30 Kilometer südlich von Czernowitz, verbindet die Ukraine mit der rumänischen Stadt Siret. Historisch war diese Grenze oft umkämpft – die Region gehörte im Laufe der Jahrhunderte zu Österreich-Ungarn, Rumänien, der Sowjetunion und schließlich zur Ukraine. Während der Sowjetzeit war der Übergang streng kontrolliert, doch heute passieren ihn täglich tausende Reisende, darunter Touristen, Geschäftsleute und Pendler. Besonders für den Handel ist der Übergang essenziell, da viele Waren wie landwirtschaftliche Produkte, Holz und Konsumgüter zwischen der Ukraine und Rumänien transportiert werden.

Hinter der Grenze erstrecken sich die mächtigen Karpaten, die sich durch die Ukraine, Rumänien, Polen und weitere Länder ziehen. Der ukrainische Teil des Gebirges ist als Huzulen-Karpaten bekannt und gilt als eine der unberührtesten Naturlandschaften Europas. Die Region ist Heimat der Huzulen, einer einzigartigen ethnischen Gruppe, die für ihre bunte Trachten, Holzschnitzkunst und traditionelle Schafzucht bekannt ist. Ihre Dörfer liegen oft abgelegen in den Bergen, und viele Traditionen haben sich über Jahrhunderte erhalten.

Die Karpaten sind zudem ein Paradies für Wanderer, Naturfreunde und Abenteurer – dichte Wälder, rauschende Flüsse und spektakuläre Bergpanoramen machen sie zu einem der schönsten Reiseziele der Ukraine. Besonders berühmt ist das Synewyr-Naturreservat, das den größten Gebirgssee der Ukraine beherbergt, den mystischen Synewyr-See, um den sich zahlreiche Legenden ranken. Auch die Dovbush-Felsen, benannt nach dem ukrainischen Robin Hood Oleksa Dovbush, sind ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer.

Historisch spielten die Karpaten auch eine Rolle als natürliche Barriere gegen Invasoren und als Rückzugsort für Partisanen, insbesondere während des Zweiten Weltkriegs. Heute sind sie ein Symbol für die wilde, ungezähmte Schönheit der Ukraine und bieten Reisenden die Möglichkeit, eine Mischung aus Natur, Geschichte und Kultur zu erleben.


Colibița Stausee Rumänien

Als Ziel für den heutigen Tag hatten wir uns einen See nicht weit von der Hauptstrecke ausgesucht, den Colibița – Stausee. Umgeben von bewaldeten Bergen liegt er wunderschön von der aus unserer Fahrtrichtung betrachteten Rückseite des Kapatenzuges und gehört somit nicht mehr zu der Bukowina, sondern zu Transsilvanien. Über den Staudamm selbst fahren wir auf einer rückliegenden Schotterstraße noch ein Stück um den See herum, mussten jedoch feststellen, dass nach dem Zeitpunkt der Aufnahme des Satellitenbilds, das wir auf dem Handy zur Planung verwendeten, fast das gesamte Ufer mit privaten Häusern und Unterkünften zugebaut worden war.

Wir versuchten unser Glück bei einem zufällig ausgewählten Haus und siehe da, der freundliche Besitzer lud uns gleich ein, unser Zelt auf dem großzügigen Wiesengrundstück zwischen Haus und See aufzuschlagen. Er erklärte uns auch die Bedeutung des Namens seines Feriendemonzils, Oglinda Lakuloi, der Spiegel des Sees. Morgens bei ruhigem Wasser sollte sich die Silhouette den gegenüberliegenden Bergen im See spiegeln. Dieser traumhafte Ort sollte nur bis morgen unser Zuhause sein.

Der Colibița-Stausee (manchmal auch Kolibiza-Stausee genannt) liegt malerisch in den bewaldeten Bergen Rumäniens und ist ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber. Der See entstand durch den Bau eines Staudamms in den 1970er Jahren und hat sich seitdem zu einem Zentrum für Freizeitaktivitäten wie Angeln, Schwimmen und Bootfahren entwickelt. Die umliegenden Wälder bieten zudem zahlreiche Wander- und Radwege, die durch die unberührte Natur führen.​

Transsilvanien, oft als „Land jenseits der Wälder“ bezeichnet, ist eine historische Region in Zentralrumänien, die für ihre reiche Geschichte und kulturelle Vielfalt bekannt ist. Umgeben von den Karpaten, bietet Transsilvanien eine beeindruckende Landschaft mit dichten Wäldern, sanften Hügeln und malerischen Dörfern. Die Region ist eng mit der Legende von Dracula verbunden, inspiriert durch den historischen Fürsten Vlad Țepeș, auch bekannt als Vlad der Pfähler. Neben dieser mystischen Verbindung beherbergt Transsilvanien zahlreiche gut erhaltene mittelalterliche Städte wie BrașovSibiu und Sighișoara, die alle durch ihre Architektur und Geschichte beeindrucken.

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Colibita Rumänien Wandern See Bären 2 Sonnenuntergang

Colibita Rumänien Wandern See Bären

Wir nutzten gleich die Gelegenheit und sprangen ins erfrischende Wasser. Danach gab es eine Delikatesse, die wir beide so sehr liebten, Nudeln. Noch vor Sonnenuntergang bemerkten wir, dass in einiger Entfernung eine ganze Artillerie von Angeln am Ufer aufgestellt war. Der dazugehörige Angler, ein älterer Herr mit rosaner Jogginghose, tauchte aus einem kleinen Buchenhain in Ufernähe auf, kam auf uns zu und stellte sich freundlich vor. Passenderweise war sein Name Petri. Er lebte den ganzen Sommer in einer Art Bauwagen dort am See, um zu fischen und das Leben zu genießen. Er schlug uns gleich vor, statt im schäbigen Zelt auf einer Liege in seinem prunkvollen Wagen zu übernachten. Doch wir mussten ablehnen. Er schenkte uns stattdessen vorzügliche Köderfische und war ganz begeistert, dass Krysa sich mit zugegebenermaßen im Vergleich bescheidener Angelausrüstung ausgestattet war. Derweil ging mit suchenden Blicken Lionel, unser Gastgeber, um unser Zelt herum, bis er uns bei seinem Freund Petri entdeckte. Er hatte einen Becher in der Hand, den er uns wohlwollend entgegenhielt und verkündete, dies sei sein erster Versuch seines selbstgebrannten Apfelschnapses, der uns zum Probieren angeboten wurde. Auf unsere kritischen Blicke und Großtesten hin versicherte er uns, er habe Inventar und Technik von seinem Großvater übernommen, der 70 Jahre lang Apfelschnaps gebrannt hätte. Und tatsächlich, übel war er nicht. Ein wohlig warmes Gefühl umfing unser Herz in der rumänischen Sonne. In der Zwischenzeit hatten sich weitere Badegäste auf Lionels Uferabschnitt eingefunden, zwei ältere Ehepaare und offensichtlich Gäste in Lionels Ferienhaus.

Das Angeln in Rumänien ist ebenso tief in der Kultur verankert und zieht sowohl Einheimische als auch Touristen an. Die zahlreichen Flüsse, Seen und das Donaudelta bieten ideale Bedingungen für den Fang von Hecht, Zander, Wels und Karpfen. Besonders beliebt ist das Donaudelta, eines der artenreichsten Feuchtgebiete Europas, das nicht nur für seine Fischbestände, sondern auch für seine atemberaubende Natur bekannt ist. Viele rumänische Fischer nutzen noch traditionelle Methoden, darunter handgefertigte Netze oder kleine Holzboote, um auf Fang zu gehen. Ob in den Bergseen der Karpaten oder an der Donau – Angeln in Rumänien ist nicht nur ein Hobby, sondern oft auch eine jahrhundertealte Familientradition.

Die Schwarzbrennerei in Rumänien hat eine lange Tradition und ist besonders in ländlichen Gegenden noch weit verbreitet. Viele Bauern brennen ihren eigenen Țuică (ein Pflaumenschnaps) oder Pălincă (eine stärkere Version aus verschiedenen Früchten), oft nach geheimen Familienrezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Obwohl die Herstellung von Schwarzgebranntem offiziell reguliert ist, drücken die Behörden in abgelegenen Dörfern oft ein Auge zu, da der Hausbrand ein wichtiger Bestandteil der lokalen Kultur ist. Besonders in den Karpaten oder in den Regionen Maramureș und Siebenbürgen wird der selbstgemachte Schnaps nicht nur als Getränk, sondern auch als Medizin gegen Erkältungen oder zur Feier von besonderen Anlässen genutzt – und ein Gast, der einen Schluck ablehnt, könnte als unhöflich gelten.

Auf einer Mischung auf Rumänisch, Deutsch und Englisch erklärten wir unsere Route und bekamen den Hinweis, das vorzügliche Freizeitbad Felix bei Oradea zu besuchen. Den Abend ließen wir bei einigen sehgekühlten Ursus-Bieren ausklingen. Kurz vor dem Schlafengehen erhaschten wir noch den Blick auf eine Sternschnuppe im klaren Nachthimmel. Müde und angesäuselt machten wir uns im Zelt bequem und schliefen bald ein.

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Reiseschnapper des Tages: Campingkocher – Gaskocher

Ich möchte euch einen Gaskocher zum Reisen ans Herz legen. Ich liebe, liebe, liebe diesen Kocher. Mit dem kann man einfach alles machen: Wasser kochen, Nudeln kochen, Braten, frittieren. Ich habe noch nie ein Streichholz oder Feuerzeug gebraucht aufgrund dem eingebauten Piezo Element. Der Kocher kommt mit einer guten Verpackung. Der Campinggaskocher ist einfach genial konzipiert: man kann ihn nicht wegpacken, wenn das Gas noch aktiviert ist. Er funktioniert bei mir seit Jahren tadellos. Mit einer Kartusche kann man locker 2-3 h kochen. Ich habe den Kocher sogar schon im Meer abgespült, er funktionierte sogar danach noch ohne Probleme, kein Rost, kein nichts. 

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Sicher, einfach, genau, genial einfach.

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